ANTIDEPRESSIVA

 

 

 

Allgemeine Wirkung der Antidepressiva

- Stimmungsaufhellend, gegen Depressionen wirksam

- Vorbeugung einer Chronofizierung

- Erhöhung der Botenstoffmenge (insbesondere von Dopamin,

  Serotonin, Noradrenalin) im Gehirn

- Antdepressiva machen nicht abhängig oder süchtig

Wirkung aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Antidepressiva wirken stimmungsaufhellend und können

- antriebssteigernd

- antriebsneutral oder

- antriebsdämpfend sowie

- beruhigend und angstlösend wirken.


Der genaue Wirkungsmechanismus der Antidepressiva ist noch nicht abschließend geklärt. So weit bekannt ist, greifen Antidepressiva in die synaptische Erregungsübertragung des Gehirns ein und hemmen dort die Wiederaufnahme von Neurotransmittern aus dem synaptischen Spalt ins Nervenende. Dies betrifft die Neurotransmitter Serotonin und/oder Noradrenalin.

Die sogenannten MAO-Hemmer erhöhen durch die Blockade des Enzyms Monoamino-oxidase die Konzentration der Neurotransmitter Noradrenalin, Serotonin und Tyramin.

Antidepressiva wirken nicht sofort, sondern erst nach einigen Tagen bis Wochen. Die Gründe hierfür sind noch ungeklärt, da die Erhöhung der Neurotransmitterkonzentration schon nach wenigen Stunden einsetzt. Man vermutet eine allmähliche zelluläre Veränderung der Postsynapse. Die Besserung tritt also indirekt aufgrund von zellulären Veränderungsprozessen auf und nicht direkt durch die Medikamentengabe.

Falls es sich um antriebssteigernde Antidepressiva handelt, kann zu Beginn ein erhöhter Hang zur Selbsttötung bestehen, weil die antriebssteigernde Wirkung oft vor der Stimmungsaufhellung einsetzt. Eine Behandlung mit Antidepressiva sollte nach Möglichkeit "einschleichend" beginnen und "ausschleichend" beendet werden.

Grundsätzlich können Antidepressiva unabhängig von der Schwere einer Depression eingesetzt werden. Die durchschnittliche Responderquote (Ansprechen auf das Medikament) liegt bei etwa 70%, wobei gerade bei Depressionen psychodynamische Faktoren eine große Rolle spielen und es damit z.B. schwierig machen, die Placebowirkung eindeutig herauszufiltern.

Antidepressiva ersetzen normalerweise keine Psychotherapie, können aber im Falle von schweren Depressionen eine solche erst ermöglichen, da in diesen Fällen die als Voraussetzung einer erfolgreichen Therapie notwendige Ansprechbarkeit sonst oft nicht gegeben ist.

Trizcyklische Antdepressiva

Besonderheit

  • erste Generation von Antidepressiva, daher unspezifische Wirkweise und mehr Nebenwirkungen als neuere Substanzen

Mögliche Nebenwirkungen

  • Schläfrigkeit, neben sich stehen

  • Verstopfung

  • Mundtrockenheit

  • Blutdrucksenkung

  • Beschleunigung des Herzschlags

  • Probleme bei Nahsehen

  • Veränderung von Blut- und Leberwerten

  • Gewichtszunahme

  • Beeinträchtigungder Reaktionsfähigkeit

  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut

  • Senkung des Augeninnendrucks

Beachte!

  • mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

  • Kontrolle von Blut- und Leberwerten erforderlich

  • Fahrtauglichkeit kann eingeschränkt sein

  • Umschwung in eine Manie oder Hypomanie möglich (Switch)

Beispiele für Handelsnamen

 

Tofranil, Saroten, Laroxyl, Novoprotect, Amineurin, Syneudon, Anafranil, Hydiphen, Equilibrin, Aponal, Desidox, Sinquan, Doneurin, Stangyl, Gamonil, Nortrilen, Pertofran, Petylyl

 

Tetrazyklische Antidepressiva

Besonderheit    

  • erhöhen die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin

Mögliche Nebenwirkungen

  • weniger Nebenwirkungen als trizyklische Antidepressiva

  • häufig Müdigkeit

Beispiele für Handelsnamen

Ludiomil, Aneural, Deprilept, Mianeurin, Prisma, Tolvin, Hopacem

 

 

 

Selektive Serotonin-Wideraufnahmehemmer (SSRI)

Besonderheit

  • verhindern die Aufnahme von Serotonin in die Zelle

  • wirken aktivierend

  • reduzieren Ängste und Zwänge

  •  

Mögliche Nebenwirkungen

  • Magen-Darmbeschwerden, Übelkeit (vorübergehend)

  • Kopfschmerzen

  • vermehrtes Schwitzen

  • sexuelle Funktionsstörungen

  • Unruhezustände

  • Selten Serotoninsyndrom (Schüttelfrost, Fieber, Händezittern, Durchfall, Muskelzuckungen, Übelkeit, Blutdrucksteigerung, Unruhe,  Gangstörungen, EKG-Veränderungen und Verwirrtheit)

Beispiele für Handelsnamen

Fluctin, Tagonis, Seroxat, Fevarin, Fluvoxadura, Cipramil, Gladem, Zoloft, Besitran

 

 

Dual-serotonerge Antidepressiva

Besonderheit

  • verhindern die Wiederaufnahme von Serotonin in die Zelle und imitieren gleichzeitig  die Wirkung von Serotonin an den Rezeptoren der Nachbarzelle

  • wirken angstreduzierend

  • verbessern den Tiefschlaf

  • im Gegensatz zu SSRI keine Beeinträchtigung im sexuellen Bereich

Mögliche Nebenwirkungen

  • vorübergehend: Übelkeit, Erbrechen

  • Veränderung des Blutdrucks

  • Erhöhung der Leberenzyme

Beachte!

  • Kontrolle von Leber- und Blutwerten erforderlich

 

Beispiele für Handelsnamen

Thombran

 

 

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI)

Besonderheit

  • verhindern die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Nordrenalin in die Zelle

  • wirken angstlösend

  • schneller Wirkungseintritt

  • keine ernste Nebenwirkungen bei Überdosierung

Mögliche Nebenwirkungen

  • Übelkeit, Erbrechen

  • Schwindel

  • Appetitlosigkeit

  • Unruhezustände, Schlafstörungen

Beispiel für Handelsnamen

  • Trevilor

 

Noradrenalin- Serotonin-selektive Antidepressiva (NaSSA)

Besonderheit

  • regen die Botenstoffe Serotonin  und Noradrenalin an und verhindern die Aufnahme von Serotonin in die Nachbarzelle

  • weniger Nebenwirkungen und schneller Wirkungseintritt

  • Verbesserung der Schlafqualität

  • Angstreduzierend

Mögliche Nebenwirkungen

  • Müdigkeit

  • Appetitssteigerung

  • selten: sexuelle Funktionsstörung

 

Beispiel für Handelsnamen

  • Remergil

 

Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NARI)

Besonderheit

  • verhindern die Wiederaufnahme von Noradrenalin

  • wirken antriebs- und energiesteigernd

  • verbessern die Konzentration und Denkprozesse

Mögliche Nebenwirkungen

  • Darmträgheit, Verstopfung

  • Mundtrockenheit

  • Selten: Übelkeit, Kopfschmerzen und sexuelle Funktionsstörungen

 

Beispiel für Handelsnamen

Edronax, Vivalan und Ludiomil

 

 

 

Monoaminooxidasehemmer (MAO-Hemmer)

Besonderheit

  • verhindern den Abbau von Botenstoffen und erhöhen so deren Menge

  • teilweise wirken MAO-Hemmer (Jatroson) noch 7 – 10 Tage nach ihrem Absetzen

  • Jatroson wirkt auch in der Leber und verhindert dort den Abbau tyraminhaltiger Lebensmittel (Orangen, Bananen, Spinat, Schokolade, Käse), was zur Überaktivierung des Herz-Kreislauf-Systems führen kann

Mögliche Nebenwirkungen

  • Schwindel (beim Aufstehen)

  • Gewichtszunahme

  • Nervosität

  • Schlaflosigkeit

  • Schwitzen

  • Sexuelle Funktionsstörungen

  • Herz-Kreislau-Probleme

Beachte!

  • Tyraminarme Diät muss bei Einnahme von Jatrosom eingehalten werden

  • Keine Kombination von Jatrosom mit SSRI oder trizyklischen Antidepressiva möglich!

  • der MAO-Hemmer Aurorix darf nicht direkt im Anschluss an eine SSRI-Behandlung eingenommen werden

 

Beispiele für Handelsnamen

Jatrosom, Aurorix