| WEGE ZUR SELBSTABILISIERUNG |
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Wie kündigt sich eine Krise (Psychose) an? Welche Fähigkeit braucht man, um eine Krise so früh wie möglich wahrzunehmen? Gelassene Wachsamkeit und Achtsamkeit helfen sich selbst zu beobachten und wahr- zunehmen, an welchem Punkt man steht. Dabei muss man ehrlich mit sich selber sein. Beispiele der wichtigsten möglichen Frühwarnzeichen:
Was ist jetzt zu tun? Stressfaktoren auf ein Minimum reduzieren und sich ausruhen die Medikamente ggf. etwas erhöhen oder das Bedarfsmedikament in ausreichender Dosierung nehmen Menschen informieren, die einem zur Seite stehen, die einen gut kennen und nicht nervös werden, und sich nicht zurückziehen wenn keine Besserung eintritt, seinen Arzt aufsuchen oder sich an den Krisendienst wenden wenn man Zweifel hat, ob man es alleine zu Hause schafft, sollte man freiwillig in die Klinik gehen, möglichst in Begleitung einer vertrauten Person `Es sind ja nur Gedanken´, die zu einer Krise (Psychose) führen. Gedanken kann man lernen zu steuern und abzubrechen, bevor sie einen ganz von der Realität entfernen. Das kann und sollte man üben. Indem man sich auf seinen Körper konzentriert, und sich durch Atembeobachtung bewusst entspannt, können Gedanken abgebrochen werden. Übung: Ich atme ein - ich bin daheim. Ich atme aus - ich bin zuhause. Zum Umgang mit diesem Konzept: Selbststabilisierung hängt von sehr vielen individuellen Faktoren ab, die sich auch gegenseitig beeinflussen können. Es sollten immer nur einzelne Punkte vorsichtig verändert werden, um danach zu spüren, wie es einem dabei geht. Es kommt darauf an, das richtige Maß für sich zu finden, und sich kleine Ziele zu setzen, die auch erreicht werden können. Auf keinen Fall sollte man schlagartig sein gesamtes Leben umkrempeln. Es ist wichtig, sich nicht selbst in die Tasche zu lügen, auch sollte man sich nicht in Selbstmitleid, Groll und Resignation flüchten. Als erstes mache ich mir Gedanken über eine gute Krisenvorsorge (Krisenabsprachen, was tut mir in der Krise gut, Behandlungsvereinbarung, vornehmen, ab wann ich Arzt/Ärztin aufsuche, etc.). Diese Gedanken halte ich auf einem Krisenplan fest. Die Wirkung ist die gleiche, wie bei einer Versicherung, - gut, wenn ich sie nicht brauche, aber beruhigend. Danach überlege ich mir, welche Umstände in meinem Leben zu meiner/n Krise/Krisen geführt haben können, ob diese Umstände noch bestehen und ob ich sie verändern kann. Alle Veränderungen gehe ich vorsichtig und mit Bedacht an. (Für die Beherrschung der Grundlagen braucht man etwa soviel Zeit und Überlegung, wie für die Vorbereitung zur theoretische Führerscheinprüfung.) Weitere Hinweise liefert „TIPS UND TRICKS UM VER-RÜCKTHEITEN ZU STEUERN“, das Papier des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener e.V., zu bestellen: Tel.:02325/558714, oder im Internet unter: Beratungsstelle von Psychiatrie-Erfahrenen für Psychiatrie-Erfahrene durch die WEGLAUFHAUS INITIATIVE RUHRGEBIET e.V.: Di. bis Do. von 8 - 14 Uhr. Tel.: 0234/6405084 Stimmenhörer können sich an das Netzwerk Stimmenhören e.V. wenden: c/o Pinel, Ebertstr. 67; 10827 Berlin. Tel. und Fax: 030/78718068 Mi. 14:00 - 17:00 Uhr; Do. 10:00 - 12:00 Uhr. eMail: stimmenhoeren@gmx.de Internet: www.stimmenhoeren.de Wer dieses Konzept verstanden und verinnerlicht hat, lernt sich und seine Grenzen viel besser kennen und wird sich mit der Zeit stabilisieren. Wenn eine Stabilisierung eingetreten ist, können die Medikamente langsam reduziert oder variabel genommen werden (Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und in Absprache mit dem Arzt/der Ärztin, vorausgesetzt). Viele werden irgendwann die Medikamente ganz absetzen können und nur noch im Bedarfsfall nehmen. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Krise (Psychose) wird geringer werden, weil man sie früher merkt, und gelernt hat, gegenzusteuern. Falls es trotzdem noch einmal dazu kommen sollte: Nicht den Mut und die Hoffnung verlieren, sondern daraus lernen und überlegen, was man noch besser machen kann. Stand: 06.05.2003 Dieses Konzept soll die Grundlage für ein offizielles BPE-Papier werden. Dies haben die Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft-NRW des BPE e.V. beschlossen. Das Konzept soll jetzt breit diskutiert werden. Wenn Ihr noch Verbesserungsideen habt, sollen sie noch einfließen. Danach wird das Konzept dem BPE-Vorstand vorgelegt. Euer Meinungsbild ist dabei ganz wichtig. Ihr `dürft´ auch schreiben, wenn Euch das Konzept gefällt. : - ) Bitte schreibt mir Eure Meinung, Anregungen und Kritik zu dem Konzept: Cornelius Kunst, Donaustr. 55; 42653 Solingen - Tel.: 0212 / 53 64 1 eMail: cornelius.kunst@gmx.de
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